Zahnarztangst ist kein unabwendbares Schicksal

Es sind nicht nur viele Kinder, die unter einer Zahnarztangst leiden, sondern auch Erwachsene. Allein schon der Gedanke an den Zahnarztbesuch kann eine innere Panik auslösen, was dazu führt, dass nötige zahnmedizinische Behandlungen über Jahre hinweg nicht vorgenommen werden. „Nicht nur die Gesundheit in der Mundhöhle, sondern die des ganzen Körpers kann jedoch erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn notwendige Zahnarztbesuche unterbleiben“, weiß Dr. Gabriele Jung-Reggelin der Dr. Jung Zahnklinik aus Pfungstadt und Frankfurt. Die Zahnbehandlungsphobie ist als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Von einer medizinisch belegbaren Angst vor dem Zahnarzt wird dann gesprochen, wenn Patienten notwendige Zahnbehandlungen länger als zwei Jahre vor sich herschieben. Einen erweiterten diagnostischen Aufschluss über das Vorliegen einer Zahnarztphobie ergibt sich aus dem Ausfüllen des sogenannten hierarchischen Angstfragebogens, welcher bereits im Jahre 1999 von Experten entwickelt wurde. Nach Auswertung des Fragebogens wird ein Score-Wert bestimmt. Liegt dieser über 38 wird davon ausgegangen, dass tatsächlich eine medizinisch relevante Angst vor dem Zahnarzt vorliegt.tooth-1015425_1920

Ein Angstpatient sollte von seinen Angehörigen nicht alleine gelassen werden
Der Patient kann in diesem Fall seine Zahnarztphobie nicht mehr kontrollieren und bedarf deshalb der therapeutischen Hilfe. Wenn Patienten sich helfen lassen, was die unabdingbare Voraussetzung für jede Therapie einer Angsterkrankung ist, dann sind die Chancen, dass doch noch eine erforderliche Zahnbehandlung durchgeführt werden kann, recht hoch. Viele Ängste, so auch die Angst vor dem Zahnarzt, entstehen in der Kindheit oder durch besonders traumatische Erfahrungen. Wenn Kleinkinder sehen, dass bereits ihre Eltern vor jedem Zahnarzttermin zittern, dann überträgt sich diese Angst sehr schnell auch auf den Nachwuchs. Der Weg, eine Zahnarztangst zu überwinden, kann auch mit therapeutischer Hilfe sehr lange und mühselig sein. Die Betroffenen werden sich also ihrem Ziel, eine Zahnarztpraxis oder eine Zahnklinik zu betreten, nur Schritt für Schritt nähern können. Eine Psychotherapie ist insbesondere auch bei den Angstpatienten anzuraten, die zusätzlich noch unter anderen gesundheitlichen Problemen wie Schmerzen oder Depressionen leiden. Ängste vor dem Zahnarzt betreffen nicht nur den Patienten, sondern regelmäßig auch seine Angehörigen, die mitleiden müssen. Deshalb sollten diese auch immer in ein Behandlungskonzept gegen die Angst mit einbezogen werden. Wichtig ist, dass die Angehörigen und Freunde dazu angehalten werden, Mut zuzusprechen und einen Betroffenen nicht noch in seinen Ängsten zu bestärken.


Eine gezielte Verhaltenstherapie hilft Ängste abzubauen


Die Spezialisten der Dr. Jung Zahnklinik sind mit den speziellen Erfordernissen und psychischen Leiden von Angstpatienten bestens vertraut. Aus Angst vor einem Kontrollverlust während der Behandlung gibt der Zahnarzt dem Patienten einen kleinen Knackfrosch in die Hand, wodurch der Patient auch während der Behandlung signalisieren kann, dass ihm jetzt doch alles zu viel wird. „Zur Behandlung von Angstpatienten in der Zahnarztpraxis kann auch eine Vollnarkose eingesetzt werden, sodass der Patient von der eigentlichen Behandlung überhaupt nichts mitbekommt,“ sagt Dr. Gabriele Jung-Reggelin. Trotzdem sind Experten der Meinung, dass die Narkose eine grundlegende Angstbehandlung nicht ersetzen kann, denn die Narkose unterstützt letztlich den Patienten in seinem Vermeidungsverhalten.
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